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Prof. Dr. Emil Kautzsch

Textbibel

Das Alte Testament

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Schwarz: Bibeltext

Das erste Buch Samuel.

Kapitel 18.

David kommt an Sauls Hof und wird Jonathans Freund.

1 Als er aber seine Worte an Saul geendet hatte, da schloß Jonathan David tief in sein Herz und Jonathan gewann ihn lieb wie sich selbst.   2 Saul aber nahm ihn an jenem Tage zu sich und ließ ihn nicht mehr in sein Elternhaus zurückkehren.   3 Und Jonathan schloß einen Freundschaftsbund, weil er ihn liebte wie sich selbst.   4 Dabei zog Jonathan den Mantel, den er anhatte, aus und gab ihn David, dazu seinen Waffenrock bis auf sein Schwert, seinen Bogen und Gürtel.   5 Und wenn David Züge unternahm, hatte er Erfolg, wohin auch Saul ihn sandte, sodaß ihn Saul über die Kriegsleute setzte. Und er war beliebt beim ganzen Volk und selbst bei der Umgebung Sauls.

Sauls Eifersucht auf David.

6 Als sie nun heimkamen, als David, nachdem er den Philister erschlagen hatte, zurückkehrte, da schritten aus allen Städten Israels die Frauen im Reigen David entgegen unter Pauken, Jubel und Cymbeln,   7 und die Frauen hoben an und riefen:

Saul hat seine Tausende geschlagen,
David aber seine Zehntausende!

8 Da geriet Saul in heftigen Zorn, und dies Wort mißfiel Saul sehr, und er äußerte: David haben sie die Zehntausende zugewiesen und mir die Tausende: nun fehlt ihm nur noch die Krone!   9 Und Saul sah David von jenem Tage an und weiterhin scheel an.   10 Am folgenden Tage nun kam ein böser Geist Gottes über Saul, so daß er drin im Palaste raste; David aber spielte die Zither wie jeden Tag, während Saul den Speer in der Hand hielt.   11 Da schwang Saul den Speer und dachte: Ich will David an die Wand spießen. David aber wich zweimal vor ihm aus.   12 Saul aber fürchtete sich sehr vor David, denn Jahwe war mit ihm, während er sich von Saul zurückgezogen hatte.   13 Darum entfernte ihn Saul von sich und machte ihn zum Obersten über Tausend; da zog er an der Spitze der Leute aus und ein.   14 David aber hatte Erfolg auf Schritt und Tritt, weil Jahwe mit ihm war.   15 Und als Saul sah, daß er viel Erfolg hatte, geriet er in Angst vor ihm.   16 Ganz Israel und Juda aber liebte David, weil er an ihrer Spitze aus- und einzog.

David des Königs Eidam.

17 Und Saul redete David an: Hier meine älteste Tochter Merab, die gebe ich dir zum Weibe - aber du mußt dich mir als Held erweisen und die Kämpfe Jahwes führen! Saul dachte nämlich: Ich mag nicht selbst Hand an ihn legen, die Philister mögen Hand an ihn legen!   18 David erwiderte Saul: Wer bin ich, und wer ist meine Sippe, das Geschlecht meines Vaters, in Israel, daß ich des Königs Eidam werden sollte?   19 Aber als die Zeit kam, da Sauls Tochter Merab David gegeben werden sollte, wurde sie Adriel aus Mehola zum Weibe gegeben.   20 Aber Sauls Tochter Michal liebte den David. Als man das Saul hinterbrachte, war er damit einverstanden.   21 Saul dachte nämlich: Ich will sie ihm geben, damit sie ihm zum Fallstricke werde, und die Philister Hand an ihn legen. So erklärte denn Saul dem David: Zum zweiten Male kannst du heute mein Eidam werden.   22 Und Saul trug seinen Hofbeamten auf: Redet insgeheim mit David in folgender Weise: Der König hat bekanntlich Gefallen an dir, und seine ganze Umgebung mag dich leiden, und nun kannst du des Königs Eidam werden.   23 Da redeten die Hofbeamten Sauls David Solches vor. David aber erwiderte: Scheint euch das etwas so Geringfügiges, des Königs Eidam zu werden, da ich doch nur ein armer und geringer Mann bin?   24 Da hinterbrachten Sauls Hofbeamte diesem: Das und das hat David gesagt!   25 Saul gebot: Sprecht so zu David: Der König begehrt keine weitere Morgengabe, als hundert Philistervorhäute, um an des Königs Feinden Rache zu nehmen. Saul rechnete nämlich darauf, David durch die Hand der Philister zu fällen.   26 Als nun seine Hofbeamten David diese Mitteilung machten, war David damit einverstanden, des Königs Eidam zu werden; die Zeit war aber noch nicht um.   27 So machte sich denn David mit seinen Leuten auf den Weg und erschlug unter den Philistern 100 Mann. Und David brachte ihre Vorhäute und legte sie dem König vollzählig vor, damit er des Königs Eidam werden könnte; da gab ihm Saul seine Tochter Michal zum Weibe.   28 Als aber Saul immer deutlicher erkannte, daß Jahwe David beistand, und daß ganz Israel ihn liebte,   29 fürchtete er sich noch viel mehr vor David. So wurde Saul Davids Feind für alle Zeit.   30 Und die Hauptleute der Philister rückten ins Feld; so oft sie aber ausrückten, hatte David mehr Erfolg als alle Untergebenen Sauls, so daß sein Name hochgeehrt wurde.